Unbekannt
Freitag, 23. April 2010, 22:11
"Wahrlich, es war von schauriger Größe." So beschrieb Berlioz einige Tage nach der Uraufführung im Dezember 1837 die Wirkung seines Requiems, bzw. seiner Grande Messe des Morts. Nun ist Berlioz alles andere als schüchtern oder zurückhaltend gewesen und hat wohl auch ganz gerne rückblickend die Dinge zu seinen Gunsten ausgelegt oder gar überhöht, aber hier hat er gewiss nicht übertrieben.
Doch beginnen wir von vorn. Die Entstehungsgeschichte des Requiems hat eigentlich schon Mitte der 1820er Jahre seinen Ursprung. Als 20jährger und gerade in seinem ersten Jahr als Musikstudent hat Berlioz - zumindest laut eigenen Angaben in seinen Memoiren - neben einer Oper, einem Oratorium und weiteren kleineren Werken auch eine Messe solennelle komponiert. Überprüfbar ist das nicht, denn Berlioz hat alle diese Werke schon bald als unausgegoren empfunden und vernichtet, bis auf eine Partitur eben jener Messe solennelle. Diese Partitur hat Berlioz offenbar seinem Studienfreund Antoine Bessems geschenkt. Nach Antoines Tod 1868 ging die Partitur an dessen Bruder Joseph, der Organist in Antwerpen an der Kirche Saint-Charles Borromée war. In eben jener Kirche wurde sie dann erst knapp 125 Jahre später wiedergefunden. Gardiner hat das Werk 1993 eingespielt.
Diese Messe wurde zu Berlioz' Lebzeiten zumindest zweimal aufgeführt, einmal 1825 und noch einmal 1827. Die zweite Aufführung dirigierte Berlioz selbst und diese Aufführung hinterließ bei Berlioz selbst einen tiefen Eindruck. Er schreibt, dass er während des Resurexit, hier als Schilderung des Jüngsten Gerichts ausgelegt, nur mit Mühe seine Erregung hatte im Zaum halten können und dass er sich nach diesem Satz erst einmal niedersetzen und beruhigen musste.
Möglicherweise aus diesem Erlebnis heraus, wuchs in Berlioz der Wunsch, ein Werk über die Apokalypse zu schreiben. Anfang der 1830er Jahre arbeitet er an einem Oratorium "Le Dernier Jour du monde", dass er aber nicht vollendet hat. Das Resurrexit aus der Messe war Bestandteil dieses Oratoriums. Schließlich fand es seinen Weg in das Requiem, nämlich als Tuba Mirum. Aber auch andere Teile der Messe solennelle hat Berlioz wiederverwendet, in der Symphonie fantastique, im Te Deum, im Benvenuto Cellini u.a.
Als Berlioz im Frühjahr 1837 vom Innenministerium den Auftrag bekam, ein Requiem zum Andenken an die Opfer der Juli-Revolution von 1830 zu schreiben, sah er endlich die Zeit gekommen, sein großes apokalyptisches Werk zur Aufführung bringen zu können. Die Zeit war knapp, aber Berlioz stürzte sich in die Arbeit. Aber es gab immer wieder Verzögerungen, als deren Verursacher Berlioz seinen Widersacher Cherubini vermutete, und die Aufführung kam letztlich nicht zustande.
Ein halbes Jahr später war es aber dann doch soweit. Während der Eroberung der Algerischen Stadt Constantine durch die Franzosen Anfang Oktober fiel der General Charles-Marie Denys de Damrémont. Zum Andenken des Generals und der mit ihm Gefallenen wurde für den 5. Dezember ein Requiem im Pariser Invalidendom angesetzt und Berlioz bekam wieder den Auftrag. Diesmal gab es keine Probleme mehr und die Grande Messe des Morts erlebte ihre Uraufführung.
Die Wirkung des Werkes auf die Anwesenden muß überwältigend gewesen sein. Der die Messe zelebrierende Priester brach in Tränen aus, eine Chorsängerin erlitt einen Nervenzusammenbruch und die Presse schrieb: "Angesichts eines solchen Werkes müssen die Feinde von Berlioz schweigen und staunen." Kurz, es war für Berlioz ein vollumfänglicher Erfolg, übrigens einer der wenigen die Berlioz zu Lebzeiten in Frankreich feiern konnte.
Doch beginnen wir von vorn. Die Entstehungsgeschichte des Requiems hat eigentlich schon Mitte der 1820er Jahre seinen Ursprung. Als 20jährger und gerade in seinem ersten Jahr als Musikstudent hat Berlioz - zumindest laut eigenen Angaben in seinen Memoiren - neben einer Oper, einem Oratorium und weiteren kleineren Werken auch eine Messe solennelle komponiert. Überprüfbar ist das nicht, denn Berlioz hat alle diese Werke schon bald als unausgegoren empfunden und vernichtet, bis auf eine Partitur eben jener Messe solennelle. Diese Partitur hat Berlioz offenbar seinem Studienfreund Antoine Bessems geschenkt. Nach Antoines Tod 1868 ging die Partitur an dessen Bruder Joseph, der Organist in Antwerpen an der Kirche Saint-Charles Borromée war. In eben jener Kirche wurde sie dann erst knapp 125 Jahre später wiedergefunden. Gardiner hat das Werk 1993 eingespielt.
Diese Messe wurde zu Berlioz' Lebzeiten zumindest zweimal aufgeführt, einmal 1825 und noch einmal 1827. Die zweite Aufführung dirigierte Berlioz selbst und diese Aufführung hinterließ bei Berlioz selbst einen tiefen Eindruck. Er schreibt, dass er während des Resurexit, hier als Schilderung des Jüngsten Gerichts ausgelegt, nur mit Mühe seine Erregung hatte im Zaum halten können und dass er sich nach diesem Satz erst einmal niedersetzen und beruhigen musste.
Möglicherweise aus diesem Erlebnis heraus, wuchs in Berlioz der Wunsch, ein Werk über die Apokalypse zu schreiben. Anfang der 1830er Jahre arbeitet er an einem Oratorium "Le Dernier Jour du monde", dass er aber nicht vollendet hat. Das Resurrexit aus der Messe war Bestandteil dieses Oratoriums. Schließlich fand es seinen Weg in das Requiem, nämlich als Tuba Mirum. Aber auch andere Teile der Messe solennelle hat Berlioz wiederverwendet, in der Symphonie fantastique, im Te Deum, im Benvenuto Cellini u.a.
Als Berlioz im Frühjahr 1837 vom Innenministerium den Auftrag bekam, ein Requiem zum Andenken an die Opfer der Juli-Revolution von 1830 zu schreiben, sah er endlich die Zeit gekommen, sein großes apokalyptisches Werk zur Aufführung bringen zu können. Die Zeit war knapp, aber Berlioz stürzte sich in die Arbeit. Aber es gab immer wieder Verzögerungen, als deren Verursacher Berlioz seinen Widersacher Cherubini vermutete, und die Aufführung kam letztlich nicht zustande.
Ein halbes Jahr später war es aber dann doch soweit. Während der Eroberung der Algerischen Stadt Constantine durch die Franzosen Anfang Oktober fiel der General Charles-Marie Denys de Damrémont. Zum Andenken des Generals und der mit ihm Gefallenen wurde für den 5. Dezember ein Requiem im Pariser Invalidendom angesetzt und Berlioz bekam wieder den Auftrag. Diesmal gab es keine Probleme mehr und die Grande Messe des Morts erlebte ihre Uraufführung.
Die Wirkung des Werkes auf die Anwesenden muß überwältigend gewesen sein. Der die Messe zelebrierende Priester brach in Tränen aus, eine Chorsängerin erlitt einen Nervenzusammenbruch und die Presse schrieb: "Angesichts eines solchen Werkes müssen die Feinde von Berlioz schweigen und staunen." Kurz, es war für Berlioz ein vollumfänglicher Erfolg, übrigens einer der wenigen die Berlioz zu Lebzeiten in Frankreich feiern konnte.