Unbekannt
Sonntag, 4. September 2011, 09:21
Bei manchen Instrumenten herrscht oft die eine oder andere Unklarheit, die sich hier beseitigen lässt. Gedacht ist der Thread als Stelle, an der Fragen zu Konstruktion und Funktion gestellt und hoffentlich beantwortet werden können.
Hier geht es ums Zupfklavier, andernorts um anderes.
Um ein Beispiel und zugleich einen Einstieg zu geben, hier die Antwort auf eine Frage, die zwar nicht gestellt wurde, trotzdem aber unbedingt beantwortet werden muss:
Wie ist ein zweimanualiges Cembalo gebaut und wie wird es eingesetzt?
Die Zweimanualigkeit, wie sie heute eingesetzt wird, kommt im späteren 17. Jahrhundert auf. Zweimanualige Cembali der Familie Ruckers (und auch davor) sind Transpositionsinstrumente, die mit zwei gegeneinander versetzten Tastaturen dieselben Saiten anreißen. Die Zweckbestimmung ist bis heute nicht geklärt.
In Frankreich, den Niederlanden, England und Deutschland werden zweimanualige Cembali üblich, wenngleich sie gegenüber der einmanualigen Variante immer deutlich in der Unterzahl blieben.
Der Standard wird eine Besaitung mit zwei 8‘-Chören und einem 4‘-Chor, die sich wie folgt verteilen:
unteres Manual 8‘ und 4‘
oberes Manual 8‘
Das ‚Hauptregister‘ ist der 8‘ des unteren Manuals. Der obere 8‘ klingt etwas anders und wird auch meist deutlich leiser intoniert.
Der 4‘ klingt zwar exakt eine Oktave höher als die Äquallage, ist aber nicht zum oktavtransponierten Spielen gedacht (auch wenn man das ganz selten als besonderen Effekt einsetzt). Er hat – etwa vergleichbar mit einer Mixtur in der Orgel – die Aufgabe, den Klang zu verstärken und aufzuhellen und ist auf diese Wirkung hin intoniert. Alleine klingt er dünn und farblos.
97,5 % der barocken Cembaloliteratur (nicht nur der südeuropäischen) lassen sich auf einem einmanualigen Instrument darstellen. Da ist ein zweites Manual ein schöner Luxus, der vor allem schnelle klangliche Wechsel und Kontraste ermöglicht oder eher vereinfacht.
Erforderlich ist ein zweites Manual bei einigen wenigen Stücken der französischen Literatur und natürlich bei den viel zitierten Goldbergvariationen, da allerdings auch nur bei einer Hand voll der 30 Variationen.
Hier geht es ums Zupfklavier, andernorts um anderes.
Um ein Beispiel und zugleich einen Einstieg zu geben, hier die Antwort auf eine Frage, die zwar nicht gestellt wurde, trotzdem aber unbedingt beantwortet werden muss:
Wie ist ein zweimanualiges Cembalo gebaut und wie wird es eingesetzt?
Die Zweimanualigkeit, wie sie heute eingesetzt wird, kommt im späteren 17. Jahrhundert auf. Zweimanualige Cembali der Familie Ruckers (und auch davor) sind Transpositionsinstrumente, die mit zwei gegeneinander versetzten Tastaturen dieselben Saiten anreißen. Die Zweckbestimmung ist bis heute nicht geklärt.
In Frankreich, den Niederlanden, England und Deutschland werden zweimanualige Cembali üblich, wenngleich sie gegenüber der einmanualigen Variante immer deutlich in der Unterzahl blieben.
Der Standard wird eine Besaitung mit zwei 8‘-Chören und einem 4‘-Chor, die sich wie folgt verteilen:
unteres Manual 8‘ und 4‘
oberes Manual 8‘
Das ‚Hauptregister‘ ist der 8‘ des unteren Manuals. Der obere 8‘ klingt etwas anders und wird auch meist deutlich leiser intoniert.
Der 4‘ klingt zwar exakt eine Oktave höher als die Äquallage, ist aber nicht zum oktavtransponierten Spielen gedacht (auch wenn man das ganz selten als besonderen Effekt einsetzt). Er hat – etwa vergleichbar mit einer Mixtur in der Orgel – die Aufgabe, den Klang zu verstärken und aufzuhellen und ist auf diese Wirkung hin intoniert. Alleine klingt er dünn und farblos.
97,5 % der barocken Cembaloliteratur (nicht nur der südeuropäischen) lassen sich auf einem einmanualigen Instrument darstellen. Da ist ein zweites Manual ein schöner Luxus, der vor allem schnelle klangliche Wechsel und Kontraste ermöglicht oder eher vereinfacht.
Erforderlich ist ein zweites Manual bei einigen wenigen Stücken der französischen Literatur und natürlich bei den viel zitierten Goldbergvariationen, da allerdings auch nur bei einer Hand voll der 30 Variationen.