Unbekannt
Sonntag, 18. April 2010, 10:47
Das Leben und die Biographie von Leonel Power, auch Lionel oder Leonell bzw. Leonellus genannt, liegen weitgehend im Dunkel. Es wird angenommen, dass er um 1375 in Canterbury oder Kent geboren wird. In einem Wirtschaftsbuch des Hofs von Thomas, Duke of Clarence, einem der Brüder von Henry V., wird er für die Jahre 1418 - 1421 als Chorleiter der Hofkapelle genannt.
Die Forschung, so auch von Paul Hillier 1981 im Booklet der Aufnahme die Hilliards Ensembes für die Reflexe Serie zitiert, hat versucht, diese Zeit sozusagen mit Leben zu füllen. Power erscheint in diesem Wirtschaftsbuch als zweiter nach Dienstalter und Leiter einer großen Kapelle; man nimmt daher an, dass er um 1412, als Thomas heiratet und zum Duke of Clarence ernannt wird, an dessen aus diesem Anlass gegründeten Hof angestellt wird. Mit dem Duke of Clarence wird Leonel Power sich sicher auch im von den Engländern besetzten Nordfrankreich aufgehalten haben, bis der Duke of Clarence in einer Schlacht 1421 gestorben ist.
Die Zeit danach liegt wieder im Dunkeln. 1423 wird in Urkunden eine Aufnahme Powers in die Bruderschaft der Christ Church von Canterbury verzeichnet, doch scheint es sich dabei um ein reines Ehrenamt gehandelt zu haben.
Man nimmt an, dass es Power in der Folgezeit möglich ist, in der Kapelle von John, Duke of Bedford, zu arbeiten, der sich ebenfalls lange in Frankreich aufhält. Möglicherweise hat Dunstable, der in Bedfords Hofkapelle angestellt ist, diesen Kontakt vermittelt. Die Vermutung wird gestützt durch die Tatsache, dass viele Werke dieser Komponisten in nicht-englischen Quellen erhalten sind; zudem werden einige Kompositionen mal dem einen, mal dem anderen zugeschrieben.
Seinen letzten Lebensabschnitt hat Leonel Power wohl in Canterbury verbracht. 1438 wird er in einer Urkunde als Zeuge erwähnt, von 1439 bis zu seinem Tod 1445 als der Christ Church zugehörig erwähnt und als erster Master des Chores der Lady Chapel der Kathedrale genannt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch dein Traktat über den Kontrapunkt, der als Leitfaden zur praktischen Ausbildung der Chorknaben verfasst ist.
Die englische Musik der Zeit um 1400 wurde in Europa allgemein anerkannt. Der englische Stil, die ‘Contenance angloise’ entstand aus einer Mischung traditioneller englischer Musik mit französischen und italienischen Elementen.
Insbesondere wird sie gekennzeichnet durch eine “als discantus bezeichnete Parallelbewegung in Akkorden, und textliche und melodische Imitation der einzelnen Stimmen”. Die Vorliebe für eine akkordische Klangfülle wird in England beibehalten und das bisher als Dissonanz empfundene Terzintervall betont, so Paul Hillier im Booklet zur CD “Medieval English Music”. Bernhard Morbach (Die Musikwelt des Mittalalters) beschreibt diesen Stil als “satte Dreiklangsharmonik” und “Fortschreitung der Terz-Sext-Parallelen, erzeugt durch die Führung der Oberstimme eine Sexte über der tiefsten Stimme, genannt ‘englischer Diskant’ oder ‘Faburden‘“.
Die bedeutendste Leistung dieser englischen Schule ist die zyklische Tenormesse. Die Missa Alma Redemptoris von Leonel Power ist vielleicht das früheste Beispiel für eine solche Messe, in der alle Teile durch einen gemeinsamen Cantus firmus miteinander miteinander verbunden sind.
Literaturhinweis
Instrumentales Hörbeispiel
Die Forschung, so auch von Paul Hillier 1981 im Booklet der Aufnahme die Hilliards Ensembes für die Reflexe Serie zitiert, hat versucht, diese Zeit sozusagen mit Leben zu füllen. Power erscheint in diesem Wirtschaftsbuch als zweiter nach Dienstalter und Leiter einer großen Kapelle; man nimmt daher an, dass er um 1412, als Thomas heiratet und zum Duke of Clarence ernannt wird, an dessen aus diesem Anlass gegründeten Hof angestellt wird. Mit dem Duke of Clarence wird Leonel Power sich sicher auch im von den Engländern besetzten Nordfrankreich aufgehalten haben, bis der Duke of Clarence in einer Schlacht 1421 gestorben ist.
Die Zeit danach liegt wieder im Dunkeln. 1423 wird in Urkunden eine Aufnahme Powers in die Bruderschaft der Christ Church von Canterbury verzeichnet, doch scheint es sich dabei um ein reines Ehrenamt gehandelt zu haben.
Man nimmt an, dass es Power in der Folgezeit möglich ist, in der Kapelle von John, Duke of Bedford, zu arbeiten, der sich ebenfalls lange in Frankreich aufhält. Möglicherweise hat Dunstable, der in Bedfords Hofkapelle angestellt ist, diesen Kontakt vermittelt. Die Vermutung wird gestützt durch die Tatsache, dass viele Werke dieser Komponisten in nicht-englischen Quellen erhalten sind; zudem werden einige Kompositionen mal dem einen, mal dem anderen zugeschrieben.
Seinen letzten Lebensabschnitt hat Leonel Power wohl in Canterbury verbracht. 1438 wird er in einer Urkunde als Zeuge erwähnt, von 1439 bis zu seinem Tod 1445 als der Christ Church zugehörig erwähnt und als erster Master des Chores der Lady Chapel der Kathedrale genannt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch dein Traktat über den Kontrapunkt, der als Leitfaden zur praktischen Ausbildung der Chorknaben verfasst ist.
Die englische Musik der Zeit um 1400 wurde in Europa allgemein anerkannt. Der englische Stil, die ‘Contenance angloise’ entstand aus einer Mischung traditioneller englischer Musik mit französischen und italienischen Elementen.
Insbesondere wird sie gekennzeichnet durch eine “als discantus bezeichnete Parallelbewegung in Akkorden, und textliche und melodische Imitation der einzelnen Stimmen”. Die Vorliebe für eine akkordische Klangfülle wird in England beibehalten und das bisher als Dissonanz empfundene Terzintervall betont, so Paul Hillier im Booklet zur CD “Medieval English Music”. Bernhard Morbach (Die Musikwelt des Mittalalters) beschreibt diesen Stil als “satte Dreiklangsharmonik” und “Fortschreitung der Terz-Sext-Parallelen, erzeugt durch die Führung der Oberstimme eine Sexte über der tiefsten Stimme, genannt ‘englischer Diskant’ oder ‘Faburden‘“.
Die bedeutendste Leistung dieser englischen Schule ist die zyklische Tenormesse. Die Missa Alma Redemptoris von Leonel Power ist vielleicht das früheste Beispiel für eine solche Messe, in der alle Teile durch einen gemeinsamen Cantus firmus miteinander miteinander verbunden sind.
Literaturhinweis
Instrumentales Hörbeispiel