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Johann Nepomuk Hummel (1778-1837): Klaviermusik in HIP

Unbekannt Sonntag, 19. Juni 2011, 23:21
Hummels Musik für Klavier solo auf historischen Instrumenten hatte bisher keinen eigenen Thread - was wahrscheinlich vor allem daran liegt, dass seine Stücke weit weniger oft eingespielt werden als die seiner Zeitgenossen. Das wenige, das bisher erschien, soll hier kurz vorgestellt werden.

Z.Zt. zum Sonderpreis erhältlich ist eine recht neue Aufnahme von Susan Alexander-Max, deren Interpretationen mir bisher immer gefallen haben - mehr nachdem ich sie hören konnte:

Unbekannt Sonntag, 19. Juni 2011, 23:26
Malcolm Binns war 1976 wohl der erste, der Hummel-Sonaten auf einem historischen Klavier einspielte - die hier gezeigte CD ist die Wiederveröffentlichung der bei L'Oiseau-Lyre nur auf LP erschienenen Aufnahme - ich muß sie mal wieder herauslegen:

Unbekannt Sonntag, 19. Juni 2011, 23:29
Auch Christoph Hammers CD CD von 2004 mit den Sonaten op. 13 und 20 ist recht günstig zu bekommen:

Unbekannt Sonntag, 19. Juni 2011, 23:32
Das Opus summum Hummelscher Klavierkunst stellen die Etüden op. 125 Nr. 1-24 dar, an die sich John Khouri gewagt hat:

Unbekannt Sonntag, 19. Juni 2011, 23:35
John Khouri hat sich auch an die beiden sehr virtuosen Sonaten op. 38 und 81 gewagt:

Unbekannt Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:04


Die von Michael erwähnte Aufnahme war bei mir mal interne CD des Monats. Da sind eine fis-moll und eine D-dur Sonate drauf. Die fis-moll Sonate hat bei mir zu einer sofortigen Neuvermessung des musikalischen Weltbildes geführt! Durch diese Komposition ist Hummel bei mir mind. 2 Kategorien upgegraded worden.

Gut - jetzt wird der eine oder andere sagen: "Das geht doch gar nicht mehr, der ist bei mir schon in der obersten". Na schön. Also, das gehört aber sofort auch von Nicht-Spezialisten regelmäßig aufgeführt! Ich stelle das ohne Weiteres Beethoven-Sonaten wie z. B. op. 31 an die Seite.

Und wo wir schon mal dabei sind: Liebe Cellisten! Bitte lasst doch mal die Beethoven A-dur-Sonate in Ruhe! Die Hummel-Sonate ist bestimmt das Bedeutendste zwischen LvB und Chopin!

(Muss allerdings zugeben, dass ich da bisher eine Non-HIP-Aufnahme vorziehe; aber die von NAXOS kenne ich auch noch nicht.)
Unbekannt Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:05
Sorry, da hätte eigentlich das Cover der Malcolm Binns Aufnahme sein sollen...

:hide:
Unbekannt Montag, 24. Oktober 2011, 10:30


Die CD von Malcolm Binns habe ich mir heute morgen dann noch mal zu Gemüte geführt - die Qualität dieser beiden Sonaten lässt auch bei mir Unverständnis aufkommen, warum sie und andere Stücke Hummels nicht selbstverständlich neben denen Beethovens auf CDs und Konzertprogrammen auftauchen. Entsprechendes gilt für Hummels Kammermusik ... man könnte wirklich den Eindruck bekommen, die von den Musikhistorikern des ausgehenden 19. Jahrhunderts offensichtlich ohne tiefere Kenntnis des Umfeldes getroffene Apostrophierung des fiktiven Dreigestirns Haydn - Mozart - Beethoven wirke immer noch nach.
Unbekannt Montag, 24. Oktober 2011, 15:49
Ich fürchte, der MArkt (das Wort sollen wir ja nun in neoliberalen Zeiten wohl mit 2 Großbuchstaben schreiben?) ist einfach so selbstreferentiell und bezieht nur peripher auch Fragen der Qualität mit ein. Da kommt so vieles zusammen... Ich wollte mal was drüber schreiben, was für Umstände außer der Qualität alles dazu führenkönnen, dass ein Stück unbekannt bleibt.

Wenn man einen, der Konzerte verantaltet (also nicht einen Musiker) fragt, was er aufführen will, dann wird ihm die Qualität des Stückes herzlich egal sein, sondern der erwartete Publikumszuspruch. Was ich meine: ich glaube, viele Leute finden Beethoven besser, weil er bekannter ist.

Was ich bis heute nie wirklich verstanden habe: warum mehr Leute ins Konzert gehen, um Werke zu hören, weil sie sie kennen, als ins Konzert gehen, um Werke zu hören weil sie sie nicht kennen. Also, dass es beide Motivationen gibt, leuchtet mir ja noch ein. Aber warum so eindeutig gewichtet? :dontknow: