Unbekannt
Donnerstag, 27. August 2009, 16:38
Als Einführung ein von practico verfasster Beitrag:
1) Literatur:
- MGG, Grove, das wohl unvermeidliche Wiki. Wichtig: Rüdiger Pfeiffer: JF Fasch (Noetzelverlag, 1994). Dieser hat auch das Fasch WV herausgegeben (Magdeburg, 1988), schwierig zu bekommen. Ziemlich detaillierte Auskünfte erteilt die:
Internationale Fasch-Gesellschaft in Zerbst. Diese führt auch die erhältlichen
2) Noten an.
3) CD:
- Label Capriccio: Missa brevis, Concerti, Ouvertüren
- Label Naxos: Brockes-Passion, FWV F-1
- Label CPO: Kantaten (FWV D D-10; FWV D W-8; FWV I L-1;Ouvertüre FWV J B-3; Carl Fasch: Psalm 119)
- Label CPO: Kantaten (FWV D J-1; FWV D-S2; Overture FWV k d-3; Concerto FWVL B-1
- Label CPO: Overture FWV L G-16; Concerti FWV L C-2; L c-2; L A-3; L d-1; L Es-1
- Label CPO: Overture FWV K F-3; K A-2; Concerti FWV L F-2; L D-22; Sinfonie FWV M A-2; M G-4
- Label Accent: Concerti FWV L d-7; L d-4; L A-3; L D-11; L g-1; L D-22
- Label Archiv: Concert FWV L D-1; L c-2; L B-1; L D-14; Overture FWV K g-2
- Label Aeolus: Concerti FWV L B-1; L d-4; L a-2; Sinfonie FWV M B-2; M g-1; M a-1
- Label Chaconne: Ouverture FWV K D-8; Conceri FWV L B-3; L D-15;
- Label MDG: 6 Concerti ohne Angabe des FWV
- Label CPO: Sonaten (Solo, Trio, Quadro) FWV N C-1; N e-1; N d-1; N B-1; N g-2; N F-2; N F-5
- Label HM: Trios, Quadros FWV N B-2; N d-1; N F-2; N g-2; N d-2; N F-6; N g-1
- Label EMI: 6 Trios, Quadros ohne Angabe des FWV
4) Kurzbiographie:
geboren 1688 in Buttelstedt, 1700 Umzug nach Weißenfels, dort Unterricht durch JP Krieger, 1701 Thomasschule, Unterricht durch Kuhnau, 1708 stud. iur in Leipzig, 1711/13 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Zeitzer Hof, 1717 Heirat,1722 Bewerbung um das Thomaskantorat, Ernennung zum Hofkapellmeister in Zerbst, 1724/25 in Prag beim Grafen Morzin,Tod 1758.
Faschs Hauptaufgabe in Zeitz war die Belieferung der Schlosskirche mit Figuralmusik (2 Kantaten/Sonntag/Festtag). Daneben die zeitbedingt üblichen Aufgaben als Hofkapellmeister. Fasch hat über 1.000 Kantaten komponiert, von denen heute leider nurmehr ca 100 vorhanden sind. Zeitz war, wie viele andere Höfe, eine Hochburg der Orthodoxie, die eine üppige Figuralmusik bevorzugte. Damit kommt man zu einer Außergewöhnlichkeit in Faschs Lebenslauf: er war dezidierter Pietist, und stand viele Jahre in Briefkontakt mit dem Grafen Zinzendorf, dem Hauptvertreter des Pietismus, den er in Dresden kennen lernte. Diese Einstellung brachte Fasch in Zerbst in existenzielle Probleme, seien die aus seiner persönlichen Haltung, oder durch die geistliche Zensur, die keinerlei "Schwärmerei" duldete, bedingt. Deswegen unternahm Fasch mehrere Anläufe, aus Zerbst wegzukommen (er wäre wahrscheinlich vom "Regen" in die "Traufe" geraten, Ausnahme der dänische Hof. Dort jedoch untersagte der Pietismus jegliche figurale Kirchenmusik).
5) Faschs Werk:
Seine geistlichen Werke zeichnen sich durch Einfachheit, gute Verständlichkeit der Texte, Eingängigkeit aus. Diese Tatsache ist sicherlich seinem Pietismus zu verdanken. Das wiederum wird ihm heute zum "Vorwurf" gemacht: seine Kantaten böten zu wenig musikalische Substanz, Polyphonie würde an/eingesetzt, aber nie bis zum Ende. Irgendwann, meist sehr schnell, verläuft es sich dann in einfachere Formen.
Ähnliches ist auch in seiner sonstigen Musik zu bemerken. Eine Ausnahme bilden hierbei einige Sinfonien. Dort hat Fasch gezeigt (warum hier, ist die Frage), dass er "richtige" Fugen schreiben konnte.
6) Faschs Nachwirkung.
Gegenüber dem "Riesen" JSB hat es Telemann mittlerweile geschafft, Graupner ist dabei, es zu schaffen. Ob das der Musik Faschs gelingen wird, wage ich zu bezweifeln. Erschwerend kommt hinzu, dass Fasch kaum Clavierwerke hinterlassen hat. Das wird viele Musikliebhaber daran hindern, Fasch durch eigenes Musizieren kennen zu lernen.
1) Literatur:
- MGG, Grove, das wohl unvermeidliche Wiki. Wichtig: Rüdiger Pfeiffer: JF Fasch (Noetzelverlag, 1994). Dieser hat auch das Fasch WV herausgegeben (Magdeburg, 1988), schwierig zu bekommen. Ziemlich detaillierte Auskünfte erteilt die:
Internationale Fasch-Gesellschaft in Zerbst. Diese führt auch die erhältlichen
2) Noten an.
3) CD:
- Label Capriccio: Missa brevis, Concerti, Ouvertüren
- Label Naxos: Brockes-Passion, FWV F-1
- Label CPO: Kantaten (FWV D D-10; FWV D W-8; FWV I L-1;Ouvertüre FWV J B-3; Carl Fasch: Psalm 119)
- Label CPO: Kantaten (FWV D J-1; FWV D-S2; Overture FWV k d-3; Concerto FWVL B-1
- Label CPO: Overture FWV L G-16; Concerti FWV L C-2; L c-2; L A-3; L d-1; L Es-1
- Label CPO: Overture FWV K F-3; K A-2; Concerti FWV L F-2; L D-22; Sinfonie FWV M A-2; M G-4
- Label Accent: Concerti FWV L d-7; L d-4; L A-3; L D-11; L g-1; L D-22
- Label Archiv: Concert FWV L D-1; L c-2; L B-1; L D-14; Overture FWV K g-2
- Label Aeolus: Concerti FWV L B-1; L d-4; L a-2; Sinfonie FWV M B-2; M g-1; M a-1
- Label Chaconne: Ouverture FWV K D-8; Conceri FWV L B-3; L D-15;
- Label MDG: 6 Concerti ohne Angabe des FWV
- Label CPO: Sonaten (Solo, Trio, Quadro) FWV N C-1; N e-1; N d-1; N B-1; N g-2; N F-2; N F-5
- Label HM: Trios, Quadros FWV N B-2; N d-1; N F-2; N g-2; N d-2; N F-6; N g-1
- Label EMI: 6 Trios, Quadros ohne Angabe des FWV
4) Kurzbiographie:
geboren 1688 in Buttelstedt, 1700 Umzug nach Weißenfels, dort Unterricht durch JP Krieger, 1701 Thomasschule, Unterricht durch Kuhnau, 1708 stud. iur in Leipzig, 1711/13 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Zeitzer Hof, 1717 Heirat,1722 Bewerbung um das Thomaskantorat, Ernennung zum Hofkapellmeister in Zerbst, 1724/25 in Prag beim Grafen Morzin,Tod 1758.
Faschs Hauptaufgabe in Zeitz war die Belieferung der Schlosskirche mit Figuralmusik (2 Kantaten/Sonntag/Festtag). Daneben die zeitbedingt üblichen Aufgaben als Hofkapellmeister. Fasch hat über 1.000 Kantaten komponiert, von denen heute leider nurmehr ca 100 vorhanden sind. Zeitz war, wie viele andere Höfe, eine Hochburg der Orthodoxie, die eine üppige Figuralmusik bevorzugte. Damit kommt man zu einer Außergewöhnlichkeit in Faschs Lebenslauf: er war dezidierter Pietist, und stand viele Jahre in Briefkontakt mit dem Grafen Zinzendorf, dem Hauptvertreter des Pietismus, den er in Dresden kennen lernte. Diese Einstellung brachte Fasch in Zerbst in existenzielle Probleme, seien die aus seiner persönlichen Haltung, oder durch die geistliche Zensur, die keinerlei "Schwärmerei" duldete, bedingt. Deswegen unternahm Fasch mehrere Anläufe, aus Zerbst wegzukommen (er wäre wahrscheinlich vom "Regen" in die "Traufe" geraten, Ausnahme der dänische Hof. Dort jedoch untersagte der Pietismus jegliche figurale Kirchenmusik).
5) Faschs Werk:
Seine geistlichen Werke zeichnen sich durch Einfachheit, gute Verständlichkeit der Texte, Eingängigkeit aus. Diese Tatsache ist sicherlich seinem Pietismus zu verdanken. Das wiederum wird ihm heute zum "Vorwurf" gemacht: seine Kantaten böten zu wenig musikalische Substanz, Polyphonie würde an/eingesetzt, aber nie bis zum Ende. Irgendwann, meist sehr schnell, verläuft es sich dann in einfachere Formen.
Ähnliches ist auch in seiner sonstigen Musik zu bemerken. Eine Ausnahme bilden hierbei einige Sinfonien. Dort hat Fasch gezeigt (warum hier, ist die Frage), dass er "richtige" Fugen schreiben konnte.
6) Faschs Nachwirkung.
Gegenüber dem "Riesen" JSB hat es Telemann mittlerweile geschafft, Graupner ist dabei, es zu schaffen. Ob das der Musik Faschs gelingen wird, wage ich zu bezweifeln. Erschwerend kommt hinzu, dass Fasch kaum Clavierwerke hinterlassen hat. Das wird viele Musikliebhaber daran hindern, Fasch durch eigenes Musizieren kennen zu lernen.