Guten Abend

1705 beschrieb Andreas Werckmeister, Organist in Halberstadt, Orgelbautheoretiker und ein Freund Dieterich Buxtehudes, in seinem Werk: „J. N. J. Organum Gruningense redivivum: oder kurtze Beschreibung des in der Grüningischen Schlos-Kirchen berühmten Orgel-Wercks, wie dasselbe anfangs erbauet und beschaffen gewesen, und wie es anitzo auf allergnädigsten Befehl Sr. Kön. Preuß Majestät ist renoviret und mercklich verbessert worden ...“ die umfangreichen Feierlichkeiten zur Abnahme und Weihe der Gröninger Schloß-Orgel am 2. August 1596. Einmalig in der Musikgeschichte lud der „Hochwürdigste Bischof von Halberstadt und Durchlauchtigste Herzog Heinrich Julius zu Braunschweig und Lüneburg“ ganze 53 bedeutende und berühmte Organisten, „die ihre Musik und Organisten-Kunst wohl verstanden haben und zu der Zeit zum Teil sehr berühmte, auch gute Fundamental-Komponisten waren“ so Werckmeister, zum „Gröninger Organisten Treffen“ ein. Die geladenen Organisten aus ganz Deutschland bewiesen eine Woche lang ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten der neuen Orgel. Die Ausgaben für die Entlohnung der vielen Teilnehmer betrug über 3000 Reichstaler, sie trugen aber auch den Ruhm des Instrumentes, das sie geprüft und abgenommen hatten, als auch den Ruhm des Herzogs in das ganze Reich. Die Teilnehmer im Einzelnen waren:

- Ulrich Griesstopf (Magdeburg)
- Johann Freudemann (Braunschweig)
- Hieronymus Mors (Schwerin)
- Cajus Schmiedlein (Danzig)
- Casper Hassler (Nürnberg)
- Johann Hornburg (Brandenburg)
- Heinricus Cuselius (Magdeburg)
- Johann Gräfestein (Erfurt)
- Matthias Degen (Gotha)
- Hermannus Kauffmann (Quedlinburg)
- Antonius Schild (Hannover)
- Philipp Zimmermann (Gandersheim)
- Stephan Grosske (Hildesheim)
- Antonius Deiwes (Leipzig)
- Nicolaus Behm (Wegeleben)
- Christianus Greventhal (Wittenberg)
- Johannes Nagelius (Göttingen)
- Reinhold Hoffmeister (Aschersleben)
- Henricus Compenius (Nordhausen)
- Lazarus Schwartze (Helmstedt)
- Johann Backhaus (Hameln)
- Antoinus Juneker (Catelnburg)
- Hans Becker (Werningerode)
- Bartholomeus Riese (Wernigerode)
- Arnoldus Löde (Halberstadt)
- Martin Abendroth (Eisleben)
- Elias Grotekort (Halberstadt)
- Johann Lindemann (Goslar)
- Jost Lade (Osterode)
- Johannes Engelbrecht (Einbeck)
- Peter Witte (Einbeck)
- Melchior Degen (Gotha)
- Andreas Germer (Eisleben)
- Andreas Buss (Braunschweig)
- Petrus Schröter (Rostock)
- Hans Knopp (Bremen)
- Paul Knapp (Verden)
- Johann van Ende (Kassel)
- Antonius Mors (Rostock)
- Johann Leo Hassler (Augsburg)
- Wolfgang Eisentraut (Halle)
- Johann Stephanus (Lüneburg)
- Hieronymus Praetorius (Hamburg)
- Henricus Mans (Lübeck)
- Hermannus Eckel (Lübeck)
- Johannes Helner (Braunschweig)
- Karl Lauff (Gröningen)
- Michael Praetorius (Wolfenbüttel)
- Georgius Schönmeyer (Schöningen)
- Thomas Mancini – Kapellmeisters Sohn
- Christianus Koch (Wolfenbüttel)
- Christoph Lauff (Gröningen)
- Severus Grosse (Hildesheim)

Größeren Nachruhm erlangen Hans Leo Hassler, Michael Praetorius und Hieronymus Praetorius.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard