Unbekannt
Dienstag, 7. Dezember 2010, 07:00
Der Hof zu Wolfenbüttel ist eine der faszinierendsten Residenzen der Barockzeit.
Nicht nur wegen des regen kulturellen und musiklaischen Lebens, auch aufgrund seiner teils extravaganten Fürsten.... So war der Sohn des Herzogs Anton Ulrich, Herzog August Wilhelm (1662 - 1731) wohl der erste Fürst seines Zeitalters gewesen, der sich als "Maitresse en Titre" einen Mann (Konrad Detlev von Dehn) hielt
Liselotte von der Pfalz kleidete den Herzog und seine Gewohnheiten in die allerliebsten Worte ..
Dennoch fällt gerade die Blüte der Oper unter seine Regentschaft.
Das Schloss in Wolfenbüttel, ist eine der wenigen Palastanlagen, die noch unverändert den Charme und die Schönheit einer hochbarocken Residenz besitzt.
Es gab hier keine Umbauten im Stile des Rokoko, die Innenräume sind zum größten Teil erhalten und werden liebevoll gepflegt und entsprechend präsentiert.
Die Residenz ist ein Beispiel dafür, wie man einen historischen Bau mit viel Phantasie präsentieren kann. Mann kann im eigenen Tempo durch die Säle schländern, ohne von einer aufgezwungenen Führung durch das Schloss gejagt zu werden:
Residenz Wolfenbüttel
Selbstverständlich wird auch auf die glanzvolle Hofmusik der Fürsten hingewiesen, die sowohl in der Residenz Wolfenbüttel aufgeführt wurde, aber auch vor allem im Schloss Salzdahlum, dass wärend der Regentschaft Jerôme Bonaparte zerstört wurde und in späterer Zeit dann in Braunschweig.

Der erste Name der einen in den Sinn kommt, ist natürlich Michael Praetorius, ebenso war auch hier John Dowland zu Gast.
Die Hofkantorei bestand zu jener Zeit aus 17 Musikern dazu kamen ganze 12 Trompeter.
Praetorius war vermutlich zuerst Organist, ab 1604 ist er als Kapellmeister geführt.
Praetorius versuchte zunächst vergeblich die Hofkapelle zu vergrößern, stattdessen verpflichtete er aber exellente Musiker nach Wolfenbüttel, so den Geiger Johann Schop.
Aber man kann seine Tätigkeit in Wolfenbüttel nur etwa ein Jahr lang belegen.
Wärend des 30 jährigen Krieges hielt sich die Herzogin Sophie Elisabeth am Hof zu Kassel auf. Sie konnte es erreichen, dass Heinrich Schütz zum neuen Kapellmeister in Wolfenbüttel ernannt wurde. Man vermutet, dass Schütz bereits seit 1645 in Wolfenbüttel tätig war, aber seine Ernennung ist erst auf das Jahr 1655 ausgestellt.
Interessant sind hier die Briefe von H.Schütz an den Herzog, in denen er erfragt welche Art von Musik gewünscht sei, da er je nachdem was seine Gnaden wünschen, entsprechende Musiker und Sänger auszuwählen hatte.
Insgesamt sind 10 Jahre belegt, in denen Schütz als Hofkapellmeister in Diensten des Hofes zu Wolfenbüttel stand.
Seine Nachfolge trat Johann Löwe von Eisenach auch die Empfehlung von Schütz an.
In jener Zeit folgte der Hof der allgemeinen Ballettmode nach frz. Vorbild.
1646 "Das Ballet der Natur"
1652 "Glückwünschende Freudendarstellung" komponiert von Sophie Elisabeth
1653 "Götter und Festspiel"
und viele mehr in denen auch der junge Herzog Anton Ulrich mittanzte.
Auch würden schon Opern am Hof gegeben, die meisten aus Löwes Feder (Amelinde 1657 / Orpheus aus Tracien 1659)
Die Glanzzeit des Hofes ist zweifellos die Regierung des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig.
Anton Ulrich förderte die deutsche Oper, und in seine Regentschaft fallen auch die großen Namen des deutschen Barock, wie Rosenmüller, Theile, Kusser, Schürrmann und Keiser, Ruggiero Fedeli die alle am Hofe tätig waren.
Auch wurden regelmäßig Werke von Lully am Hofe gegeben, wie auch Werke italienischer Meister (Sartorio und Cesti)
Belegt sind z.B. Psyche von Lully oder Orfeo von Sartorio.
In Wolfenbüttel wurde für die glanzvollen Ballette und Opern ein modernes Opernhaus errichtet, insgesamt sind 14 solcher Prunkaufführungen belegt.
Die ganze Hofmusik war nach den Anforderungen für die großen Opern strukturiert - dennoch wurde auch die gesitliche Musik gepflegt.
Wolfenbüttel galt als eine der großen Norddeutschen Musikzentren.
Hin und wieder werden auch Werke aus der grandiosen Sammlung der Bibliothek aufgeführt, so vor einigen Jahren die Oper "Luduvicus Pius" von Schürrmann.
Er steht in keinster Weise einem Keiser oder Telemann nach und es wundert nicht, dass Anton Ullrich ihn zu seinem Kapellmeister ernannte.
Auf Cd finden sich mittlerweile viele Werke die in Wolfenbüttel erklungen sind:
um 1753 siedelte der Hof nach Braunschweig um, seitdem stand die Residenz Wolfenbüttel mehr oder weniger leer.
Zur gleichen zeit wurden Teile des Schlosskomplexes abgebrochen. Dabei gingen der mächtige Zentralbau der in Formen der Frührenaissance errichteten Schlosskapelle, der prachtvolle Festsaal des Schlosses, das barocke Opernhaus und ältere Gebäudeteile auf der Südseite des Schlosskomplexes verloren.
Berühmtester Gast war Lessing, der im Schloss Wohnung nahm und dort sein Trauerspiel Emilia Galotti geschrieben haben soll.
In Braunschweig ging das höfische Treiben natürlich im großen Stile weiter - Johann Adolf Hasse und Carl Heinrich Graun, der spätere preussische Hofkomponist sind nur die berühmtesten Namen.
Nicht nur wegen des regen kulturellen und musiklaischen Lebens, auch aufgrund seiner teils extravaganten Fürsten.... So war der Sohn des Herzogs Anton Ulrich, Herzog August Wilhelm (1662 - 1731) wohl der erste Fürst seines Zeitalters gewesen, der sich als "Maitresse en Titre" einen Mann (Konrad Detlev von Dehn) hielt
Liselotte von der Pfalz kleidete den Herzog und seine Gewohnheiten in die allerliebsten Worte ..
Dennoch fällt gerade die Blüte der Oper unter seine Regentschaft.
Das Schloss in Wolfenbüttel, ist eine der wenigen Palastanlagen, die noch unverändert den Charme und die Schönheit einer hochbarocken Residenz besitzt.
Es gab hier keine Umbauten im Stile des Rokoko, die Innenräume sind zum größten Teil erhalten und werden liebevoll gepflegt und entsprechend präsentiert.
Die Residenz ist ein Beispiel dafür, wie man einen historischen Bau mit viel Phantasie präsentieren kann. Mann kann im eigenen Tempo durch die Säle schländern, ohne von einer aufgezwungenen Führung durch das Schloss gejagt zu werden:
Residenz Wolfenbüttel
Selbstverständlich wird auch auf die glanzvolle Hofmusik der Fürsten hingewiesen, die sowohl in der Residenz Wolfenbüttel aufgeführt wurde, aber auch vor allem im Schloss Salzdahlum, dass wärend der Regentschaft Jerôme Bonaparte zerstört wurde und in späterer Zeit dann in Braunschweig.

Schloss Salzdahlum
Der erste Name der einen in den Sinn kommt, ist natürlich Michael Praetorius, ebenso war auch hier John Dowland zu Gast.
Die Hofkantorei bestand zu jener Zeit aus 17 Musikern dazu kamen ganze 12 Trompeter.
Praetorius war vermutlich zuerst Organist, ab 1604 ist er als Kapellmeister geführt.
Praetorius versuchte zunächst vergeblich die Hofkapelle zu vergrößern, stattdessen verpflichtete er aber exellente Musiker nach Wolfenbüttel, so den Geiger Johann Schop.
Aber man kann seine Tätigkeit in Wolfenbüttel nur etwa ein Jahr lang belegen.
Wärend des 30 jährigen Krieges hielt sich die Herzogin Sophie Elisabeth am Hof zu Kassel auf. Sie konnte es erreichen, dass Heinrich Schütz zum neuen Kapellmeister in Wolfenbüttel ernannt wurde. Man vermutet, dass Schütz bereits seit 1645 in Wolfenbüttel tätig war, aber seine Ernennung ist erst auf das Jahr 1655 ausgestellt.
Interessant sind hier die Briefe von H.Schütz an den Herzog, in denen er erfragt welche Art von Musik gewünscht sei, da er je nachdem was seine Gnaden wünschen, entsprechende Musiker und Sänger auszuwählen hatte.
Insgesamt sind 10 Jahre belegt, in denen Schütz als Hofkapellmeister in Diensten des Hofes zu Wolfenbüttel stand.
Seine Nachfolge trat Johann Löwe von Eisenach auch die Empfehlung von Schütz an.
In jener Zeit folgte der Hof der allgemeinen Ballettmode nach frz. Vorbild.
1646 "Das Ballet der Natur"
1652 "Glückwünschende Freudendarstellung" komponiert von Sophie Elisabeth
1653 "Götter und Festspiel"
und viele mehr in denen auch der junge Herzog Anton Ulrich mittanzte.
Auch würden schon Opern am Hof gegeben, die meisten aus Löwes Feder (Amelinde 1657 / Orpheus aus Tracien 1659)
Die Glanzzeit des Hofes ist zweifellos die Regierung des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig.
Anton Ulrich förderte die deutsche Oper, und in seine Regentschaft fallen auch die großen Namen des deutschen Barock, wie Rosenmüller, Theile, Kusser, Schürrmann und Keiser, Ruggiero Fedeli die alle am Hofe tätig waren.
Auch wurden regelmäßig Werke von Lully am Hofe gegeben, wie auch Werke italienischer Meister (Sartorio und Cesti)
Belegt sind z.B. Psyche von Lully oder Orfeo von Sartorio.
In Wolfenbüttel wurde für die glanzvollen Ballette und Opern ein modernes Opernhaus errichtet, insgesamt sind 14 solcher Prunkaufführungen belegt.
Die ganze Hofmusik war nach den Anforderungen für die großen Opern strukturiert - dennoch wurde auch die gesitliche Musik gepflegt.
Wolfenbüttel galt als eine der großen Norddeutschen Musikzentren.
Hin und wieder werden auch Werke aus der grandiosen Sammlung der Bibliothek aufgeführt, so vor einigen Jahren die Oper "Luduvicus Pius" von Schürrmann.
Er steht in keinster Weise einem Keiser oder Telemann nach und es wundert nicht, dass Anton Ullrich ihn zu seinem Kapellmeister ernannte.
Auf Cd finden sich mittlerweile viele Werke die in Wolfenbüttel erklungen sind:
um 1753 siedelte der Hof nach Braunschweig um, seitdem stand die Residenz Wolfenbüttel mehr oder weniger leer.
Zur gleichen zeit wurden Teile des Schlosskomplexes abgebrochen. Dabei gingen der mächtige Zentralbau der in Formen der Frührenaissance errichteten Schlosskapelle, der prachtvolle Festsaal des Schlosses, das barocke Opernhaus und ältere Gebäudeteile auf der Südseite des Schlosskomplexes verloren.
Berühmtester Gast war Lessing, der im Schloss Wohnung nahm und dort sein Trauerspiel Emilia Galotti geschrieben haben soll.
In Braunschweig ging das höfische Treiben natürlich im großen Stile weiter - Johann Adolf Hasse und Carl Heinrich Graun, der spätere preussische Hofkomponist sind nur die berühmtesten Namen.