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Clavichord - eine Liebeserklärung...

Unbekannt Samstag, 21. August 2010, 14:45
...bei der auch andere mitmachen können :!:


Über die Technik des Clavichords lässt sich im entsprechenden Wikipedia-Artikel recht anschaulich nachlesen.

Mein persönlicher Bezug zu diesem Instrument entfaltete sich vor einigen Monaten in Bonn, als in einem dort angesiedelten Musikgeschäft ein solches Instrument aus privater Haushaltsauflösung angeboten wurde. Das Motto war - kurz gefasst - vidi, lusi, emi... ich gab mir jedoch nach dem Probespiel (im laufenden Geschäftsbetrieb) 14 Tage Bedenkzeit. Nach Ablauf dieser Frist galt: Wenn das Instrument nun noch nicht verkauft worden ist, dann soll es wohl mir gehören. Und so war es dann auch: Eine Extratour führte mich erneut in die Beethovenstadt, um Linus (so heißt er nach einem gleichnamigen Beteiligten im Roman Der Cembalospieler von Petra Morsbach, Empfehlung des Observators; außerdem bedeutet linos = klagen, jammern - was ja nun durchaus passt) abzuholen. Das Buch inspirierte mich denn auch während der 14tägigen Bedenkzeit und machte meinen Entschluß zum Erwerb des Instruments von Buchstabe zu Buchstabe unabwendbarer... Im Lieferumfang enthalten war ein Reisekoffer (der originär einem anderen Instrument zugedacht war, wie anhand der Produktionsnummer erkennbar ist) sowie ein Orgelbänkchen, das optisch ganz gut passt und jede Menge Notenbücher unter der Sitzfläche verschlingen kann. Außerdem gab es, wie von mir gewünscht, einen Cembalostimmschlüssel gratis dazu.





Bei dem erworbenen Instrument handelt es sich um ein Clavichord aus dem Hause Neupert mit der Nr. 20702, erbaut in den 1960er Jahren (ein Nachbau also). Sicher, es gibt tollere Instrumente, aber 'zum Testen' (wie ich mir das dachte), sollte das Instrument für's Erste einmal reichen. Und wirklich: Selten habe ich (freiwillig) soviel Zeit investiert und Faszination aufgebracht, wie nach dem Zugang meines Linus'. Das auf ~ 440 Hz gestimmte (und natürlich durch den Transport total verstimmte) Instrument habe ich zunächst auf 421 Hz heruntergestimmt, nicht zuletzt, um bei diversen CD-Einspielungen das Continuo mitspielen zu können, sondern vor allem, weil der Klang noch intimer und weicher ist. Als Pechvogel geboren riß mir (natürlich sonntags) gleich erstmal die a²-Saite, die aber nach eMail-Bestellung bei Neupert direkt unmittelbar am folgenden Dienstag wieder vorlag und eingebaut werden konnte. Zu diesem Zweck besuchte ich als 'Instrumentenbauerneuling' erst einmal meinen Klavierbauer hier in der Nähe, der mir das von mir bereits über diesen Vorgang Nachgelesene anhand eines modernen Flügels in realiter veranschaulichte. Lediglich das Einfädeln unter der Filzleiste (die ich abzuschrauben mich nicht getraute) kostete jede Menge Nerven... aber angeblich reißen ja die Saiten eher selten, weshalb ich dies nun als einmaligen Vorgang ad acta lege und einigermaßen stolz bin, das geschafft zu haben. Un nun nerve ich täglich meine Zimmernachbarin mit betörenden Klängen dieses wunderbaren Instruments!

Der Tonumfang reicht vom F bis zum f³ - das Instrument eignet sich daher insbesondere für Musiken, die zwischen 1750 und 1770 entstanden sind, vor allem natürlich für die Sonaten Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-1788), aber durchaus auch für Händel, Hasse, Agrell, Haydn, Johann Christian Bach und Mozart (zumindest in Teilen; Mozart komponierte ja auch auf dem Clavichord). Der Vorteil des Instrumentes ist auch ganz klar der besonders heimliche und leise Klang (der IMO noch schwerer auf Tonträger einzufangen ist (was im Falle Miklos Spányi besonders gelungen ist!), als jener des herkömmlichen Flügels), so daß man auch in den Nachtstunden viel Zeit am Instrument verbringen kann, ohne die Nachbarn aufs Parkett zu rufen... Das Klangspektrum reicht vom gezupften Kontrabass über die Guitarre (Mitellage) bis hin zur Harfe (höhere Register). Es handelt sich zudem um ein ungebundenes Clavichord, weshalb alle Werke der entsprechenden Zeit darauf spielbar sind.

Die Sommerhitze verlangte unumgänglich tägliches Nachstimmen, was aber für mich auch eine besonders gute Übung war. Erst jetzt, seit sich die Temperaturen ein wenig halten (hier in der Wohnung ist es relativ kühl, aber vor der anhaltenden Hitze im Juni/Juli hat dann schlußendlich auch das dicke Mauerwerk der vorigen Jahrundertwende kapituliert), sind noch gelegentliche Stimmungsschwankungen zu hören, die ich - nach Lust und Laune - korrigiere. Ein- bis zweimal wöchentlich nehme ich eine Feinstimmung vor (meinen Ohren zuliebe), wobei ich meine Tonartenvorliebe dabei berücksichtige (also in Bezug auf die zu Spielen geplanten Werke). Da kann es vorkommen, das ein Trugschluß in einer Haydnsonate in D#, z.B. von der Dominatne A# zum B-Dur etwas seltsam klingt :D - grobe Unreinheiten beseitige ich durch Unterbrechen des Spiels; solche kommen im Verhältnis zum mittleren und den Bassregistern häufiger im zwei- und dreigestrichenen Register vor.

Eine besondere Umstellung war das Spielen auf diesem Instrument für mich, der ich schließlich den Anschlag und die Tastengröße heute gebräuchlicher Instrumente gewohnt war. Zunächst mußte mein Oktavgriff verkleinert werden, denn die Tasten des Clavichords sind um ~ 10% schmaler, so daß ich anfangs stets Nonen oder gar Dezimen griff, was mich stets erschütterte. Letztlich macht dieser Umstand aber das Spielen diverser Akkorde angenehmer (man muß die Hand nicht so weit spannen bzw. dehnen) und er erklärt auch so manche Notation im Notentext, die ich einstmals für un(be)greifbar hielt. Der Anschlag selbst mußte auch völlig neu begriffen werden: der erste Eindruck vermittelt einen leichteren Anschlag als beim herkömmlichen 'Klavier' - allerdings, und da hat Carl Philipp Emanuel Bach ganz Recht, darf man auch nicht zu heuchlerisch über die Tasten streichen: Ein bestimmter, fester aber nicht zu harter, Anschlag ist erforderlich (dieser transponiert auf ein übliches Klavier würde keinen Ton erzeugen...). Die Kraft geht auch zum Clavichordspielen eher aus dem Handgelenk bzw. den Fingern heraus als aus den Armen, auch diese Umstellung ist nicht ganz einfach. Ein zu fester Anschlag verursacht ein Leiern des Tones, was teilweise sehr unangenehm klingen kann - man vergleiche die Einspielungen von Brauchli:



Allerdings kann man, da man in direktem Kontakt zum Ton steht, diesen (ähnlich wie bei Streichinstrumenten) auch unmittelbar beeinflussen: dazu bewegt man den auf der Taste liegenden Finger leicht hin und her, quasi wie beim Vibrato der Streicher - nur nennt man diesen Effekt hier Bebung.

Mittlerweile kann ich auf Linus recht gut spielen, ohne bei einer Vollbremsung mangels Pedalen vom Stuhl zu rutschen... :hahaha:

Einschlägige Literatur (dazu später ggfs. mehr) empfiehlt Klavierneulingen sogar das Exercitium auf dem Clavichord. Es soll Lehrer geben, die bewußt auf dem Clavichord unterrichten (mir ist das leider nicht passiert...). Sicher, es schult das Gehör und die Feinfühligkeit, stärkt die Sensibilität; aber: ich halte einen späteren Umstieg auf ein modernes Instrument für beinahe unmöglich. Mir jedenfalls ist das Spielen auf einer modernen Tastatur (vom PC-Keyboard einmal abgesehen) komplett verleidet worden (was ich nicht als negativ erachte - im Gegenteil: Meine derzeitigen Gedanken kreisen um den Verkauf des Bösendorferflügels und um das Ersetzen durch einen Hammerflügel).

Was eben insgesamt sehr erfreulich ist, ist der direkte und häufige Kontakt mit der Technik des Instrumentes, die ihm quasi ein gewisses 'Leben' (vllt. sogar eine Seele?) einhaucht. Dass Instrument 'verlangt' quasi steten persönlichen Einsatz, wie ein Tamagochi - man setzt sich hier nicht, wie bei handelsüblichen Flügeln oder Pianinos, ins gemachte Nest, sondern ist eigentlich permanent mit dem Instrument beschäftigt; nicht nur spielender Weise. :pleased:

~ ~ ~


Soweit meine Geschichte... im Anschluß können hier Aufnahmen, Werke aber auch Klangbezogenes zum Clavichord diskutiert werden (man darf mir diesbezüglich gerne zuvorkommen).

:wink:
Unbekannt Sonntag, 22. August 2010, 11:58
Wie ich es oben bereits formulierte, ist das Einfangen der Clavichordklanges auf Tonträger wohl eine der schwierigsten Aufgaben für einen Tontechniker: Das Instrument ist im Vergleich zu anderen Tasteninstrumenten sehr leise und man wird also die Tastengeräusche auf der Aufnahme vernehmen (was mich persönlich nicht weiter stört, denn es handelt sich ja quasi um ein 'lebendes Objekt'). Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung.

Umso wertvoller sind die bei BIS erschienenen Einspielungen Carl Philipp Emanuel Bach'scher Clavichordwerke, gespielt von Miklos Spányi. Der Clavichordist verwendet ein 1999 von Joris Potvlieghe (Belgien) nachgebautes Instrument, welches sich eines 1785er Gottfried-Joseph-Horns (Dresden) als Modell bedient. Von den bisher 20 erschienen Volumina besitze ich die Ausgaben



Volume XII
Sonatas and 'Petit Pièces' 2

Sonate h-moll Wq 62/22 (H132)
Sonate e-moll Wq 65/30 (H106)
Sonate a-moll Wq 62/21 (H131)
7 Charakterstücke aus Wq 117 (H89-95)

Daraus liebe ich besonders L'Aly Rupalich Wq 117/27 (H95).



Volume XVI
Württemberg Sonatas (1)

Sonate a-moll Wq 49/1 (H30)
Sonate As-Dur Wq 49/2 (H31)
Sonate e-moll Wq 49/3 (H33)

Hier möchte ich besonders die a-moll-Sonate ans Herz legen.



Volume XVII
Württemberg Sonatas (2)

Sonate B-Dur Wq 49/4 (H32)
Sonate Es-Dur Wq 49/5 (H34)
Sonate h-moll Wq 49/6 (H36)



Volume XX
Sonatas from 1760-1766

Sonate B-Dur Wq 65/34 (H152)
Sonate D-Dur Wq 65/40 (H177)
Sonate g-moll Wq 62/23 (H210)
Sonate C-Dur Wq 65/41 (H178)
Sonate B-Dur Wq 65/45 (H212)
Alternativer Finalsatz zu Wq 65/45 (H212)

Diese letztgenannte ist bei mir auch noch ein Neuzugang und daher noch nicht abschließend durchgehört.
Unbekannt Sonntag, 22. August 2010, 20:55
Gestern habe ich in dieser Sendung zum ersten Mal (bewusst) ein Stück mit Clavicord angehört - es war die c-moll-Fantasie von C.P.E. Bach. In der Sendung wurde auch auf die ungewöhnliche Vibrato-Möglichkeit hingewiesen. Es klang sehr ungewohnt, als wenn der Ton nicht trägt sondern schon kurz nach dem Erklingen auf den Boden fällt und verschwindet. Es scheint sich wirklich um ein problematisches Instrument zu handeln, vermutlich auch schon damals mehr für den Hausgebrauch als für das öffentliche Musizieren. Bis zum Beweis des Gegenteils ziehe ich jedenfalls das Cembalo oder auch den Hammerflügel vor. Eine andere Sache ist es natürlich, so ein Instrument selber zu spielen, das finde ich durchaus reizvoll.

Gruß, Carola
Unbekannt Sonntag, 22. August 2010, 21:14
Die Sendung war sicher sehr interessant. Schade, das hätte ich gerne hören wollen.

Ja, sicher ist das prinzipiell kein Konzertinstrument: selbst die Begleitung durch ein Steichtrio würde den Klang vollständig verschlingen, von größeren Ensembles wollen wir gar nicht erst anfangen... das Instrument ist sehr intim (das sind Guitarren aber z.B. auch - real aufgenommen würde man auch eine Guitarre in Boccherinis speziellen Quintetten oder gar Giulianis Concerten kaum wahrnehmen, selbst beim Tangentenflügel stellt sich dieses Problem der Akustik). Dennoch: Carl Philipp Emanuel Bach komponierte explizit für dieses Instrument und wenn man diese Werke wirklich historisch infomiert hören möchte, dann sollte man sie entweder selbst spielen (wie Du richtig sagst) oder eben Einspielungen auf einem Clavichord erwerben, die etwas taugen. Der Beweis des Gegenteils wurde ja oben von mir durch die Miklos-Spányi-Aufnahmen angetreten. Die entsprechenden Werke verlieren an jedem anderen Instrument absolut ihren Reiz und klingen dann ähnlich mechanisch und lieb- und leblos wie Scarlatti am modernen Flügel.

Aber Claviersonaten (um den Begriff einmal allgemein zu fassen) waren ja ohnehin nicht für das Konzertpodium gedacht.

Christine Schornsheim hat übrigens m. W. auch teilweise die Haydn-Sonaten auf einem Clavichord gespielt:



Diese Box ist ohnehin sehr lohnenswert, da hier pro Zeitabschnitt andere Instrumente entsprechend der Reife der Werke/Instrumente verwendet werden.

Außerdem gibt es noch Haydns 'Sieben letzte Worte...' auf einem Clavichord gespielt (Aapo Häkkinen):



Das ist hier allerdings schon mehr die Hardcore-Richtung 8o
Unbekannt Sonntag, 22. August 2010, 23:02
Das Clavichord muß als Instrument in der Hausmusik vor allem im deutschen Sprachraum, aber auch in Schweden, sehr verbreitet gewesen sein. Ich habe mittlerweile etliche CDs und schätze das Instrument sehr, die Sensilbilitäten der Darstellung übertreffen alles. In der von mir empfohlenen Konzertreihe Höchst musikalisch kann man auch öfter eines live hören.

Meine erste Empfehlung wäre Paul Simmonds CD mit den Polonaisen und Fugen von Wilhelm Friedemann Bach - zumindest die Polonaisen waren ziemlich sicher fürs Clavichord gedacht, wie Rust überliefert hat.



Sehr viele und nützliche Informationen auch über CDs und DVDs mit Clavichord gibt es bei der Deutsche Clavichord Societät e.V..
Unbekannt Dienstag, 24. August 2010, 23:25
Ja, sicher ist das prinzipiell kein Konzertinstrument:


Sollte man meinen.
Allerdings liegt auch hier wohl eine ziemlich festgefahrene Legende vor.
Am besten führt man sich diesen Band zu Gemüte und lässt sich eines Besseren belehren.

Von den dort versammelten Symposiumbeiträgen, die sicher allesamt interessant und wichtig sind, ist der Eröffnungsvortrag von Christian Ahrens "'Fundament aller Clavirten Instrumenten' – Das Clavichord in der musikalischen Praxis" wohl der erstaunlichste für uns, die wir die zart besaitete Zigarrenkiste allesamt für ein solistisches Minimalgerät halten.

Ahrens führt aus und belegt auch sehr eindrücklich, dass das C. sehr wohl ensemblefähig war (und ist) – vorausgesetzt, alles geschieht 'con discrezione' – und obendrein verantwortlich für die Gattung Kunstlied zeichnet.
Demnächst und falls Interesse besteht mehr dazu.

Für die Neugierigeren hier die bibliografischen Daten, mit denen das Buch beim Verlag (oder per Fernleihe) noch zu bekommen sein müsste:
Fundament aller Clavirten Instrumenten – Das Clavichord. Symposium im Rahmen der 26. Tage Alter Musik in Herne 2001. Musikverlag Katzbichler, München & Salzburg, 2003. ISBN 3-87397-582-3.

Weitere wichtige Literatur, die man sonst eher selten zu Gesicht bekommt, findet sich auf den Seiten von Marc Vogel.


Ein Beweis auf CD.

Und zahlreiche Konzerte lassen sich ebenfalls anführen, die man z.T. auf der oben von Michael verlinkten DCS findet.
Unbekannt Mittwoch, 25. August 2010, 22:53
Sollte man meinen.
Allerdings liegt auch hier wohl eine ziemlich festgefahrene Legende vor. [...]

Ahrens führt aus und belegt auch sehr eindrücklich, dass das C. sehr wohl ensemblefähig war (und ist) [...]


Das hängt wohl u.a. auch insbesondere davon ab, ob es sich beim zum Konzerzwecke verwendeten Instrument um ein ein- oder doppelchöriges ebensolches handelt. Für eine Legende halte ich dies zumindest dann nicht, wenn von einchörigen Instrumenten die Rede ist und die dürften IMO am häufigsten anzutreffen sein, da sie (selbstredend) preiswerter in der Anschaffung und einfacher resp. schneller zu stimmen sind. Doppelchörige Instrumente könnte ich mir in der Kammermusik bei kleinem Publikum sicher ganz gut vorstellen; das dürfte dem Klang bzw. der Phonstärke des Tangentenflügels sehr nahe kommen. Daß das Kunstlied im Zusammenhang mit dem Clavichord eine größere Rolle spielt, kann ich ebensogut nachvollziehen, hier sogar beim einchörigen Clavichord, dito bei einem weiteren Instrument.

Mit dem von Dir empfohlenen Buch liebäugele ich schon länger, es ist aber derzeit kaum irgendwo greifbar (abebooks bietet es für ~ 45 € plus Versand, die hiesige Stadtbibliothek verfügt darüber leider nicht, obwohl hier eine Musikhochschule unterhalten wird...)

:wink:
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 14:33
Das hängt wohl u.a. auch insbesondere davon ab, ob es sich beim zum Konzerzwecke verwendeten Instrument um ein ein- oder doppelchöriges ebensolches handelt. Für eine Legende halte ich dies zumindest dann nicht, wenn von einchörigen Instrumenten die Rede ist und die dürften IMO am häufigsten anzutreffen sein, da sie (selbstredend) preiswerter in der Anschaffung und einfacher resp. schneller zu stimmen sind.


Einchörige Instrumente hat es so gut wie keine gegeben.
Erst im 20. Jahrhundert wurden mehrere solcher Modelle gebaut, die allerdings nicht gerade zur Beliebtheit des Instrumententypus' beigetragen haben.
Historische Clavichorde waren zu 99,9 % zweichörig. Lautstärke und Tragfähigkeit hängen eher von der Qualität, Größe und Stärke des Resonanzbodens ab, wobei gebundene Instrumente im Vorteil sind, da bei ihnen wegen der geringeren Saitenzahl weniger Zug/Druck ausgeübt wird.

Zitat


Mit dem von Dir empfohlenen Buch liebäugele ich schon länger, es ist aber derzeit kaum irgendwo greifbar


Fernleihe?
Das Buch ist sicher insgesamt interessant, nach dem Ahrens-Referat kommen allerdings hauptsächlich Themen für Freaks. :D
Bei Interesse kann ich das Inhaltsverzeichnis gern hier posten.
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 14:50

Bei Interesse kann ich das Inhaltsverzeichnis gern hier posten.

Ja bitte! :wink:
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 15:19
Ja bitte!


*seufz* ich habs nicht anders gewollt :D

• Vorwort (Christian Ahrens und Gregor Klinke)
• „Fundament aller Clavirten Instrumenten“ – Das Clavichord in der musikalischen Praxis (Ahrens)
• „Gefährtin meiner Einsamkeit“ – Sehnsucht nach dem Clavichord (Sally Fortino)
• Clavichord und Tafelklavier. Bautechnische, mechanische sowie klangliche Gemeinsamkeiten (Conny Restle)
• Reiseclavichorde – von Mozart bis Beethoven (Alfons Huber)
• Klaviaturteilungen an deutschen Clavichorden (Hubert Henkel)
• Geometrische Konstruktionsprinzipien in Johann David Gerstenbergs Pedalclavichord (Joel Speerstra)
• Drei bundfreie Clavichorde aus dem 18. Jahrhundert im Kloster Mariental/Ostritz (Andreas Hermert)
• Ein ungewöhnliches Wiener Clavichord von der Mitte des 18. Jahrhunderts (Karin Richter)
• The Clavichord in Italy (Bernard Brauchli)
• 18th-19th century Spanish clavichords with fretting variants (Beryl Kenyon de Pascual)
• “Jaras me hizo 1858” – das jüngste aller Clavichorde (Martin Pühringer)
• Eine grafische Darstellung zur Veranschaulichung und Interpretation der Intervallverhältnisse historischer Temperaturen (Jörg Gobeli)
• Weiterentwicklungen im Clavichordbau. Cembalo d’Amour und Klavikantal (Peter Kraul)
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 17:02
Historische Clavichorde waren zu 99,9 % zweichörig. Lautstärke und Tragfähigkeit hängen eher von der Qualität, Größe und Stärke des Resonanzbodens ab, wobei gebundene Instrumente im Vorteil sind, da bei ihnen wegen der geringeren Saitenzahl weniger Zug/Druck ausgeübt wird.


Der Nachteil, daß durch die Chorbindung nicht alle Akkorde gespielt werden konnten bzw. können, wiegt aber m. E. den Vorteil nicht auf. Mir persönlich ist auch das einchörige Instrument für meine Zwecke laut genug oder - wie man im Schwedischen sagt - lagom ljudelig
:music:
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 17:39
Nur so zwischendurch und weil es für Noch-Nicht-Clavichordliebhaber vielleicht neu ist:

Beim Clavichord gibt es zwei Besonderheiten:

1. Die Saiten sind fast nie einzeln, sondern fast immer als Paare vorhanden. Das nennt man zweichörig. Vorteil: Der Klang wird farbiger, allerdings kaum lauter.
2. Mehrere nebeneinanderliegende Tasten können sich ein Saitenpaar teilen, meistens sind es zwei oder seltener drei, ganz selten vier. Das nennt man Bindung, solche Clavichorde sind ‚gebunden‘. Legato-Chromatik ist damit ebenso ausgeschlossen wie Akkorde, die solche nebeneinanderliegenden Töne enthalten.

Hat jede Taste ihren eigenen Chor (eigenes Saitenpaar), spricht man vom bundfreien/ungebundenen/nicht gebundenen Clavichord. Damit fallen die Einschränkungen weg.

Man muss die Bindung allerdings nicht nur als Hindernis ansehen, aber das bekommen wir später. :D
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 17:50
Ah, hatte ich also doch Recht!

Man muss die Bindung allerdings nicht nur als Hindernis ansehen, aber das bekommen wir später.


Das würde ich literaturbezogen betrachten. Die meiste Clavier(!)literatur ist für gebundene Clavichorde ungeeignet (oder besser gesagt: gebundene Clavichorde sind für das Gros der Clavierliteratur ungeeignet), wenn sie eben Chromatiken oder diverse Akkorde (Zweistimmigkeit reicht ja bereits) enthält, deren Töne auf ein 'Bund' zusammenfallen. Man könnte natürlich Arpeggieren, was aber womöglich den Charakter des Stückes verzerrt und unter Umständen auch nicht ohne weiteres realisierbar ist (Stichwort: (non) legato). Ich müßte das auch - alle Theorie beseite geschoben - am lebenden Tier selbst ausprobieren.

Es müßte IMO spezielle Literatur für gebundene Clavichorde geben (?), welche Akkordbildung und Chromatik vermeidet.

Die Mehrchörigkeit ist aus heutigem Blickwinkel so besonders auch nicht: beim modernen Konzertflügel ist der Baß zunächst einchörig (die Saiten sind ja auch so dick wie Slimzigaretten), alsbald dann zweichörig. Die mittleren Register sind alle dreichörig. In einer kurzen Phase (so um Beethovens 4tes Klavierkonzert herum) gab es Pedale für una, due und tres chorde (vide Kadenz im 2ten Satz!). Heute gibt es leider (!) nur noch zweichörigkeit auf Pedaltritt. Damit scheidet ein moderner Flügel für op. 58 bereits per se aus (nur so nebenbei).

:wink:
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 17:56
Ich habe mir inzwischen die Clavicord-CD aus der Haydn-Box angehört - über Kopfhörer geht der Klang einigermaßen. Aber "Liebeserklärung"? Irgendwelche Dynamik, ein Crescendo zum Beispiel, habe ich nicht gehört. In dieser Hinsicht ist das Clavicord also wie das Cembalo, nur leiser. Ulli, kannst Du nicht mal eine kleine Klangkostprobe von Deinem Instrument hier einstellen? Ich weiß allerdings nicht, ob das technisch überhaupt möglich ist.

Gruß, Carola
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 18:01
Das würde ich literaturbezogen betrachten.


Schon,...
Vor allem ältere Literatur ist geeignet, es wird behauptet, Froberger habe bei seinen Clavierstücken sogar vor allem ans gebundene Clavichord gedacht.
Bachs Chromatische Fantasie & Fuge sollte man eher nicht probieren.
Und bei CPE wirds vollends unmöglich.

... aber nicht nur.
Mit Zweifachbindung lässt sich mehr spielen, als man denken mag.
Vor allem aber erzieht die Bindung genau zu der Spielweise, die das gesamte (!) Repertoire bestimmt, dem hippen Non-legato. Man muss einen Finger aufheben, bevor der nächste die Nachbartaste drückt.
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 18:04
Ulli, kannst Du nicht mal eine kleine Klangkostprobe von Deinem Instrument hier einstellen? Ich weiß allerdings nicht, ob das technisch überhaupt möglich ist.
Vielleicht ist es möglich, die entsprechende Datei bei einem Filehoster (Rapidshare o. ä.) hochzuladen und hier den Link zu posten. Wie ein Neupert-Clavichord klingt, würde mich auch interessieren.

Viele Grüße,
Andreas
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 18:12
Die Schornsheimaufnahmen sind hier IMO nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin eine Möglichkeit für (fast) jeden, das Clavichord zu hören, denn diese Box gehört ja in jeden Haushalt. Dynamik ist durchaus möglich, jedoch hängt dies, wie der College bereits berichtete, von verschiedenen Faktoren ab. Gerade diese Dynamikmöglichkeiten habe ich anhand des Mozartschen 'alla turca' mit meinem einchörigen (dafür aber ungebundenen :D ) Instrument ausgetestet und aufgezeichet und bin mit dem Ergebnis insofern zufrieden, als es sich um einen Test handelt (zudem habe ich natürlich auch alla turca gespielt, d.h. in moderatem Tempo und mit entsprechenden Vorschlägen (mir ist keine solche Aufnahme bekannt)). Bei Tamino hatte ich dereinst meine diesbezüglichen Wünsche dargelegt (man verzeihe mir den Link, den ich trotz gesperrter Suchfunktion geben kann, viva la google).

Sofern man mir eine Uploadmöglichkeit gibt*, kann ich z.B. das 'alla turca' oder aber auch den Adagio-Satz (g-moll) aus Haydns XVI:6 hochladen. Bei letzterem habe ich die beiden von Haydn gegebenen Gelegenheiten genutzt, kleine Kadenzen á la Schoonderwoerd einzubauen. Ich gebe bereits jetzt den Hinweis, daß ich die Aufnahme mit einfachsten Mitteln (SONY Minidiscrecorder) und bei etwa 28° C Raumtemperatur gemacht habe...). Es soll ja auch nur einen ersten Eindruck vermitteln (zum Üben habe ich selten Zeit oder Lust, das ändert sich aber vielleicht noch). Jedenfalls habe ich vor, Händels Chaconne G-Dur HWV 442 nebst 62 Variationen mit der Chaconne HWV 435 nebst 21 Variationen und Alternativo 1 zu 17, 18 und 19 einzuspielen...

:wink:

*Habe soeben eine erhalten, wird aber eine Weile dauern...
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 19:54
Neben der besagten Schornsheim-Aufnahme habe ich noch eine weitere CD mit Clavichord in meiner Sammlung entdeckt: Christopher Hogwood spielt die Sonatinen und Sonaten aus C. P. E. Bachs "Versuch" (Wq 63 Nr. 1-12) auf einem Clavichord von Johann Adolph Hass (Hamburg 1761). Ein Coverbild habe ich leider nicht gefunden.

Das Instrument wird im Booklet relativ detailliert beschrieben - es hat einen Umfang von fünf Oktaven, ist zweichörig und bundfrei. Die 20 tiefsten Töne sind dreichörig mit einer zusätzlichen dritten Saite, die eine Oktave höher gestimmt ist. Diese zusätzlichen Saiten sind über einen besonderen Steg am Resonanzboden befestigt und hellen die Basstöne auf.

Zum Hören ist - wie Carola schon festgestellt hat - ein Kopfhörer sehr hilfreich, damit man die Feinheiten mitbekommt.

Viele Grüße,
Andreas
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 21:03
So, hier die Links (Danke an Peter für's Hochladen):

Johann Christian Bach (1735-1782): Sonate D-Dur op. V Nr. 2 - I. Allegro di molto

Joseph Haydn (1732-1809): Sonate G-Dur Hob. XVI:6 - II. Adagio (g-moll)

Wolfgang Amadé Mozart (1756-1791): Sonate A-Dur KV 300i (ex 331) - III. Alla turca. Allegretto

Ich hoffe, die Links funktionieren.

Wie gesagt, waren die Aufnahmen eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedacht; ich übe immer durch Aufnehmen und Abhören, um dann die Mängel feststellen und ggfs. (später) durch gezieltes Üben beseitigen zu können. Das gegebene Material zeichnet aber in etwa die Richtung vor, in die ich möchte... ich habe z.B. beim 'alla turca' ganz bewußt die Wiederholungen jedesmal anders gespielt, u.a. um auch die dynamischen Feinheiten herauszustellen. Das Leiern (was beim 'alla Döner' ja sehr gut passt) konnte ich wegen der anhaltenden Hitze nicht immer verhindern (Brauchli z.B. kümmerte sich garnicht darum), Instrumente dieser Art waren für Raumtemperaturen um 15-18° C gedacht, die hier fast verdoppelt waren, was auch ein häufiges Nachstimmen des Instrumentes erforderte.

Dennoch viel Spaß beim Hören.

:wink:

P.S. Das 'Rauschen' liegt nicht an der Aufnahme, da ist nämlich keines drauf...
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 21:11
Clavichord aufzunehmen ist wegen der geringen Lautstärke gar nicht einfach. Am sinnvollsten wäre es, die zwei Mikrofone (stereo vorausgesetzt) in ungefähr die Position zu stellen, wo sich die Ohren des Spielers befinden, aber auf solche Ideen kommen nur wenige Tontechniker. Normale Aufnahme über Raum, und wenn der dann noch zu groß ist, führen nicht zu befriedigenden Ergebnissen, weil die Entfernung im Raum, die bei einem Cembalo noch funktioniert, hier schon so viel Lautstärke verlieren lässt, dass die Raumgeräusche unverhältnismässig laut werden.
Am besten funktioniert es, wenn das Instrument recht direkt - also mit nahe platzierten Mikrofonen - aufgenommen wird und man dann relativ nahe an den Lautsprechern sitzt. Zudem sollte die Wiedergabekette mit komplexen leisen Signalen gut zurechtkommen - das kann nicht jede. Nach den Aufnahmen zu urteilen, die Carola bisher als problematisch empfand, könnte das auf ihrer Anlage wenig erquicklich sein. Wenn man sowas befriedigend hören will zuhause, muß man den Klang vom Konzert her kennen und die Anlage damit aussuchen.
Wie es mit Kopfhörern klingt weiß ich nicht, da ich nur selten über welche höre. Die meisten Tontechniker nehmen wie gewohnt über den Raum auf - das klingt bei Clavichord nicht immer befriedigend, weil die meisten Aufnahmeräume zu groß sind - auch in konzertantem Kontext erklang Clavichord immer in eher kleinen Räumen.
Ich werde mal in den nächsten Tagen einige meiner Ansicht nach gut aufgenommenen Clavichord CDs heraussuchen und hier posten.

Bei der Schornsheim-Haydn-Box war das Kriterium, alle Tasteninstrumente mit der gleichen Mikrofonierung aufzunehmen, damit der Hörer zuhause die Unterschiede nachvollziehen kann. Man nehme also eine Cembalo-CD der Box, stelle eine Live-Laustärke ein, und höre mit derselben Einstellung dann Clavichord. Das ist dann aus Hörerperspektive aufgenommen.
Unbekannt Donnerstag, 26. August 2010, 21:14
Am besten funktioniert es, wenn das Instrument recht direkt - also mit nahe platzierten Mikrofonen - aufgenommen wird


Genau so habe ich das gemacht - mit dem Nebeneffekt, daß fast jeder Tastenschlag zu hören ist (was mir aber gefällt).

:wink:
Unbekannt Freitag, 27. August 2010, 00:25
Am besten funktioniert es, wenn das Instrument recht direkt - also mit nahe platzierten Mikrofonen - aufgenommen wird


Genau so habe ich das gemacht - mit dem Nebeneffekt, daß fast jeder Tastenschlag zu hören ist (was mir aber gefällt).

:wink:

Alles hat seinen Preis ... wahrscheinlich gehen damit nicht vertraute Tontechniker deswegen zu weit weg, weil sie ja dem ungeschriebenen Gesetz folgen, den reinen Klang abzubilden, den es beim Clavichord per se nicht geben kann.

Bei der ersten Empfehlung hört man denn auch den Anschlag ziemlich deutlich: der Nachbau eines Clavichords von 1543 von Domenicus Pisaurensis, also ein Renaissance-Clavichord. Es ist aber sehr gut aufgenommen, eben nahe, so dass man jedes Detail hört, und sehr lebendig gespielt, dazu das passende Repertoire von 1400 bis 1600. Paul Simmonds ist einer der besten, meiner Ansicht nach zumindest.


:jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
Unbekannt Freitag, 27. August 2010, 00:36
@ Carola wg. Dynamik: Ein wesentlicher Unterschied zwischen einem modernen Flügel und allen älteren besaiteten Tasteninstrumenten ist die Art der Dynamik: es gibt ja nicht nur Lautstärkedynamik, sondern auch Klangfarbendynamik. Die Stärke des Anschlags bei einem Clavichord ändert mehr die Farben des Tons als die Lautstärke, die allerdings auch, aber immer gleichzeitig die Farbe. Hört man das nicht, ist der Spieler nicht ausreichend mit dem Clavichord vertraut. Es sind nicht zuletzt wenige Spezialisten, die fast nichts anderes mehr spielen, und bei denen hört man es auch. So sehr ich Frau Schornsheims Spiel mag und schätze, auf dem Clavichord ist sie mir nicht kompetent genug - da sind andere doch besser, weil mit dem Instrument vertrauter.

Die andere Anthologie von Paul Simmonds ist auf dem Marktpkatz vergriffen, aber bei ihm selbst noch zu bekommen. Eine hervorragende Auswahl von Buxtehude und Kuhnau bis Türk, die das besondere und vielfältige deutlich macht - Türk oder Hässler klingen selbst auf alten Clavieren eher gedudelt, auf dem Clavichord bezaubernd. Und so spritzig kann Wilhelm Friedemann Bachs Sonate D-Dur nur auf dem Clavichord klingen. Das ist eine der CDs, die mich überzeugt haben. Man kann hier nacheinander ein gebundenes und ein bundfreies Clavichord nach Hubert hören, beide nach Modellen des 18. Jahrhunderts.


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Unbekannt Freitag, 27. August 2010, 00:40
Das originale Hubert-Clavichord ist übrigens noch spielbar, und ein traumhaftes Instrument, hier von Gerald Hambitzer gespielt:


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Unbekannt Freitag, 27. August 2010, 07:24
So sehr ich Frau Schornsheims Spiel mag und schätze, auf dem Clavichord ist sie mir nicht kompetent genug - da sind andere doch besser, weil mit dem Instrument vertrauter.
Im Booklet schreibt Frau Schornsheim: "Menno van Delft gab mir mit viel Geschick ein paar höchst nötige Unterweisungen am Clavichord." Daraus ist zu schliessen, dass sie vor dem Haydn-Projekt wenig oder gar keine Erfahrung mit diesem Instrument hatte. Sie spielt ein bundfreies Clavichord nach Horn (1788), zweichörig mit umsponnenen Saiten im Bass.

Viele Grüße,
Andreas