Da gibt es nicht viel. Der Grund liegt einfach darin, daß der Bau von Lautenclavicimbeln ein gerüttelt Maß an spekulativer Fantasie erfordert, da kein einziges Originalinstrument erhalten ist, nur ein paar Baupläne. Die Beschreibungen von Zeitgenossen sind rar und weichen auch von einander ab - offensichtlich hat jeder Cembalobauer es etwas anders gemacht. Gemeinsam sind die Verwendung von Darmsaiten, der Verzicht auf eine Dämpfung und bestimmte Charakteristika des Resonanzraumes, um den Klangcharakter der Laute zu imitieren.
Was das Repertoire angeht, so sind nur sehr wenige Werke, u.a ein paar von Johann Sebastian Bach (aber nicht von seiner Hand) ausdrücklich mit "Aufs Lautenwerck" bezeichnet; man weiß aber, daß sich in seinem Nachlaß gleich zwei dieser Instrumente befanden. Da das Lautenwerck einen anderen Umfang als das Cembalo hat, u.a. tiefer reicht, kann man daran sehen, daß einige dieser Bach-Stücke für dieses Instrument konzipiert sein könnten, von der sehr cembalistischen Schreibweise abgesehen, die den Lautenisten das Leben schwer macht.
Mir sind unter den CembalistInnen in erster Linie drei Pioniere des Lautenwercks bekannt:
Christiane Jaccottet - sie ließ sich 1986 von Rudolf Richter einen "Theorbenflügel" nach den Angaben von Johann Christoph Fleischer aus dem Jahr 1718 bauen. 1988 erschien dann bei Intercord/Saphir, für das sie alle wesentlichen Werke von Johann Sebastian Bach eingespielt hat, eine CD mit BWV mit BWV 1006a, 996, 995, 998 - alles Werke, die sich mit dem Lautenwerck in Verbindung bringen lassen.
Der Amerikaner
Kim Heindel begann, von der Geschichte des Instrumentes fasziniert, in den 1980er jahren erst selbst Lautencembali zu bauen, dann gab er welche in Auftrag. Seine erste CD mit einem gemischten Programm (Weiss, Dowland, Bach, Duphly, Scarlatti) erschien 1989 bei Gasparo, das Instrument war von Willard Martin gebaut.
Martin baute ihm dann noch ein besseres Instrument, mit dem Heindel 1992 ein reines Bach-Programm aufnahm (BWV 1006a, 1000, 997, 998, 996), das von Dorian veröffentlicht wurde - für mich eine der schönsten Bach-CDs in meiner Sammlung!!! Ich habe selten so eine Übereinstimmung von Spieler, Instrument und Werk empfunden.
Den Begleittext schreib der Lautenist Nigel North, ein leidenschaftliches Plädoyer für die Aufführung dieser Stücke auf dem Lautenwerck.
Der Ungar
Gergely Sárközy baute sich selbst Instrumente mit einem riesigen Lautenkorpus, was keine historischen Vorbilder hat, sondern sein eigener Entwurf ist. Bei Hungaroton ist eine Scarlatti-CD erschienen, die mich aber klanglich wie spielerisch nicht überzeugt hat, weshalb ich sie irgendwann verkauft habe.
In den letzten Jahren hat sich
Robert Hill häufig auf Instrumenten seines Bruders Keith Hill hören lassen. Bei Hänssler erschien innerhalb der Bach-Edition eine CD mit ähnlichem Programm wie Heindels ( BWV 999, 921 / 1121, 998, 823, 996, 907, 908):
Mir persönlich spielt Hill in manchen Stücken zu agogisch, die rhythmische Ebene der Stücke wirkt wie aufgelöst, was die sehr langsamen Tempi (z.B. im Präludium von BWV 998) noch verstärken.
Dann fällt mir noch eine CD bei CPO ein:
Jan Katzschke spielt hier Stücke von Matthias Weckmann z.T. auf einem Lautencembalo von Keith Hill - eine sehr empfehlenswerte CD.
Ich habe 2008 ein von
Christian Fuchs gebautes Lautenwerck hören können.