Unbekannt
Montag, 27. Dezember 2010, 01:49

Bernardo Pasquini wurde am 7. Dezember 1637 in Massa da Valdinievole (heute Massa e Cozzili) in der Nähe von Lucca geboren. Seine erste Ausbildung ist nicht genau nachvollziehbar; ab 1650 ist er in Rom nachweisbar, unter seinen Lehrern sollen Antonio Cesti und Loreto Vittori gewesen sein. Auch die Werke von Palestrina und Frescobaldi muss er studiert haben (eine Kopie von Il primo libri delle fantasie von seiner Hand ist erhalten). Etwa 1663 war er Organist an S. Maria Maggiore in Rom. 1664 wurde er zum Organisten an S. Maria in Aracoeli ernannt - diesen Posten behielt er bis zu seinem Tod. Daneben hatte er weitere Anstellungen in der Kirchenmusik Roms.
Dank seines guten Rufs kam in den Genuß der Förderung durch Christina von Schweden und machte die Bekanntschaft der Kardinäle Ottoboni und Pamphili, wurde Cembalist und musikalischer Leiter für Prinz Giambattista. Er muss als Tastenspieler einen Status ähnlich dem Corellis als Geiger genossen haben, war in ganz Rom beschäftigt, als Direktor von Opern und Oratorien. Am 26. April 1706 wurde er gemeinsam mit Alessandro Scarlatti in die Accademia degl'Arcadi aufgenommen. Dort hat Händel ihn kennengelernt.
Als Begleiter des Kardinals Flavio Chigi reiste er nach Paris und spielte vor Louis XIV, auch in Wien dürfte er gewesen sein, wo eines seiner Oratorien aufgeführt wurde, sowie in Florenz und anderen Städten Italiens.
Er zog Schüler aus ganz Italien an (G.M. Casini, T.B. Gaffi, Francesco Gasparini, Domenico Zipoli, möglicherweise auch Alessandro Scarlatti und Francesco Durante) und auch von nördlich der Alpen (J.P. Krieger, Georg Muffat, u.U. Johann Kaspar Kerll sowie mehrere Wiener Hofmusiker). Er starb am 21. November 1710 in Rom; er war so berühmt, dass Medallions mit seinem Porträt geschlagen wurden.