Unbekannt
Montag, 15. März 2010, 20:51
Interessanter Weise genießt Alessandro Scarlatti, der in seiner Zeit eher als Opernkomponist berühmt war, heute vor allem einen Revival als ein Meister von geistlicher Musik. Von seinen Opern gibt's kaum Einspielungen, während mehrere seiner Oratorien, geistlichen Kantaten, Messen und Motetten auf CDs zugänglich ist.
Welche Gründe dahinter stehen, ist mir rätselhaft.
Der in 1660 in Neapel geborener Komponist wirkte vor allem in seiner Geburtsstadt und in Rom: es dürfte nicht überraschen dass die meisten seiner Oratorien in dem Heiligen Stadt am Ufer des Tibers uraufgeführt wurden, wo so in der Advents- wie in der Fastenzeit man keine Opern aufführen durfte. Das Oratorium, gewisserweise als unszenierte Oper mit geistlichem Inhalt, bot da die Möglichkeit doch die Lust auf schöne Arien zu stillen.
Man weiß über mehr als 30 Oratorien Scarlattis, wovon um die 22 auch überliefert sind. Sämtliche zeugen über die Gabe des Meisters die Werke mit einer immensen Sinn für Dramatik durchzuarbeiten. Während die Werke vieler Zeitgenossen tatsächlich nur zu einer Kette von Arien mit langweiligen Rezitativen dazwischen ist, arbeitet Scarlatti mit dem Text als Ganzes, wo auf die Rezitative genauso viel Wert gelegt wird, als auf die Arien. Er arbeitet minuziös dramaturgische Steigerungspunkte der Erzählung aus, mit einem großen Elan und Kraft.
Wenn man seine Werke hört versteht man erst, wie groß sein Einfluss auf Bach und - vor allem - auf Händel war (Caldara könnte man auch erwähnen).
Seine liturgischen Stücke zeigen eine große stilistische Bandbreite von stile-antico-Werke bis zu ganz modernen, von zeitgenössischen Traditionen sich lösenden Stücke, wie die Heiligen Cäcilie gewidmete Messe und Vesper.
In dieser Hinsicht - also in der Aufarbeitung sämtlicher Stile der Kirchenmusik - erinnert er sehr an Bach: er ist, wie auch dieser ein zusammenfassender Meister des Barocks. (Leider wird ihm noch nicht dieselbe Aufmerksamkeit zu Teil.)
Welche Gründe dahinter stehen, ist mir rätselhaft.
Der in 1660 in Neapel geborener Komponist wirkte vor allem in seiner Geburtsstadt und in Rom: es dürfte nicht überraschen dass die meisten seiner Oratorien in dem Heiligen Stadt am Ufer des Tibers uraufgeführt wurden, wo so in der Advents- wie in der Fastenzeit man keine Opern aufführen durfte. Das Oratorium, gewisserweise als unszenierte Oper mit geistlichem Inhalt, bot da die Möglichkeit doch die Lust auf schöne Arien zu stillen.
Man weiß über mehr als 30 Oratorien Scarlattis, wovon um die 22 auch überliefert sind. Sämtliche zeugen über die Gabe des Meisters die Werke mit einer immensen Sinn für Dramatik durchzuarbeiten. Während die Werke vieler Zeitgenossen tatsächlich nur zu einer Kette von Arien mit langweiligen Rezitativen dazwischen ist, arbeitet Scarlatti mit dem Text als Ganzes, wo auf die Rezitative genauso viel Wert gelegt wird, als auf die Arien. Er arbeitet minuziös dramaturgische Steigerungspunkte der Erzählung aus, mit einem großen Elan und Kraft.
Wenn man seine Werke hört versteht man erst, wie groß sein Einfluss auf Bach und - vor allem - auf Händel war (Caldara könnte man auch erwähnen).
Seine liturgischen Stücke zeigen eine große stilistische Bandbreite von stile-antico-Werke bis zu ganz modernen, von zeitgenössischen Traditionen sich lösenden Stücke, wie die Heiligen Cäcilie gewidmete Messe und Vesper.
In dieser Hinsicht - also in der Aufarbeitung sämtlicher Stile der Kirchenmusik - erinnert er sehr an Bach: er ist, wie auch dieser ein zusammenfassender Meister des Barocks. (Leider wird ihm noch nicht dieselbe Aufmerksamkeit zu Teil.)
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). ABER: während der ganzen Aufführung fühlt man eine gewisse Abgrenzung von der Aussage des Werkes. Sie wird mit Ironie behandelt, was - mE - bei einem Stück religiösen Inhalts vollkommen unverzeihlich ist. (Man stelle sich das mal vor: die Matthäus-Passion von Bach ironisch interpretiert...) Vor allem beim Schluss wird das eindeutig: die Worte des Unglauben: "ich verabscheue meinen Irrtum" werden komisch verzogen von Agnew gesungen. Gleich darauf, das wundervoll komponierte Schlussrezitativ wird von Invernizzi dadurch verunstaltet, dass die ersten Worte: "Nun, wo der Glaube truimphiert, soll die ganze Welt anbeten..." auf äußerste gedehnt, largo molto und die Fortsetzung: "in drei Personen einen Gott" - dann plötzlich sehr schnell, presto gesungen, das schließende Wort: "Dio" gar gehadert werden.
Die Angaben auf dieser CD verwirren einem (mich...
):
aber du kannst es ruhig machen, wenn du möchtest!